Inhalt
Objekt, Standort, Historische Bedeutung, Nutzung
Ziel
Zustand, bisherige Veränderungen 3.1 Generell 3.2 Wohnteil 3.3 Ökonomieteil 3.4 Umgebung
Grundsätze
Vorhaben 5.1 Wohnteil 5.2 Ökonomieteil 5.3 Umgebung
Objekt, Standort, Historische Bedeutung, Nutzung
Das Gebäude befindet sich in der im Thurtal gelegenen ortschaft Thalheim (Kanton Zürich) ca. 10 km nördlich von Winterthur. Es ist an der Thurtalstrasse 30, Frauenfeld- Andelfingen gelegen. (karten nr. 1, 2) Es ist anzunehmen, dass haus ende des Achtzehnten Jahrhunderts erstellt wurde in der regional typischen sichtbaren fachwerkbauweise. Mit hilfe von dendrochronologiischen untersuchungen konnte festgestellt werden, dass das konstruktionsholz aus dem jahre 179X stammt. Das gebäude rund 200 jahre als wohn- und bauernhaus genutzt (foto nr 3, situationsplan nr. 4), das über einen wohn- und einen angrenzenden ökonomieteil verfügt. Es wurde ackerbau, obstbau, viehwirtschaft, und waldnutzung ev. rebbau betrieben..
Das ziel ist, die sinngemässe und sachgerechte erhaltung des gebäudes, sowie dessen umgebung als einheit. Dazu gehört das angrenzende nachbarhaus und –grundstück. Schwerpunkte bilden dabei die einbindung in die geographische als auch soziale umgebung, sowie die umweltverträglichkeit. Das heisst, die ursprüngliche nutzungsweise als wohn- und arbeitsort soll erhalten bleiben. Zusätzlich bietet der ort raum für alternative, kollektive wohn- und arbeitsformen. Schaffen von begleiteten arbeitsplätzen im garten oder kleinwerkstätten.
Das haus befindet sich zu einem grossen teil im originalzustand. (plan nr. 6) Im einzelnen heisst dies folgendes:
3.1 Generell
Die aussenmauern des erdgeschosses des wohnteis wurden auf der süd(strassen)-, sowie auf der ostseite aus natursteinen und sand-kalkmörtel gemauert.
Strassenseitig wurde die fassade, das holz grau, die ausfachungen weiss, bemalt, auf der nordseite roh belassen. Die mit einer gegrateten Einschubleiste versehenen bretterläden sind nur noch im obergeschoss auf der ostseite vorhanden. im bereich des landwirtschaftlich genutzten teils ist nachträglich eine aussenschalung auf die fachwerkwand angebracht worden. Die aussenwand der westseite ist über zwei geschosse erstellt. sie besteht aus eichenholz und ist wetterseitig mit einem ziegelschild verkleidet.
3.2 Wohnteil
Eingangsbereich. Der flur wurde durch die ehemalige waschküche, ehemals stall erweitert. Die eingangstür wurde ersetzt. Ca. 198X. der boden ist mit einem kunststoffbbelag belegt.
Die stube, weitgehend im originalzustand, ist mit einem naturbelassenen gestemmten fichtenausbau verkleidet. Die, zweiflügeligen, achtgeteilten sprossenfenster sind in diesem bereich noch vorhanden. Die zwischen stube und esszimmer eingebaute kammer wurde entfernt. Die, ebenfalls gestemmten, trennwände und türen sind noch vorhanden. Der kachelofen wurde mit den anfänglich verwendeten steinen und kacheln neu aufgemauert. Ca 198X.
Das esszimmer ist zu einem späteren zeitpunkt innen neu ausgekleidet worden. ebenfalls wurden fenster und türe ersetzt. Ca. 195X.
Zum zeitpukt des erbauens verfügte die Küche über einen offenen kamin. Der holzkochherd ist nach wie vor in betrieb. fenster und türe wurden ersetzt. Die zwischenwand, die küche und flur trennte, entfernt. ca. 195X
Die treppe vom erdgeschoss in den ersten stock wurde ersetzt. ca. 195X. Darunter befindet sich heute ein vorratsschrank. Deren standort, sowie die ausmasse sind verändert worden. Die terppe(eingeschobene tritte und hinterschalung) vom ersten stock ins dachgeschoss, ist höchstwahrscheinlich zum erbauungszeitpunkt erstellt möglicherweise aber ihre position und ausrichtung geändert worden.
Der flur verbindet die treppe mit den einzelnen kammern, der laube und dem dachgeschoss. Er ist mit hartfaserplatten ausgekleidet, der boden ist ersetzt worden. Ca. 195X.
Die sich im ersten stockwerk auf der nord-, nordost, sowie südost befindenden kammern (schlafzimmer, arbeitsraum) sind mit neuen böden fenstern, aussenisolationen und wandbelägen ausgestattet worden. Ca. 198X. Deren ausmasse, zugänge und türen (gegratete fichtenbretter) befinden sich im zustand des zeitpunktes der erbauung. Dasselbe gilt für die kammer auf der südseite des hauses. Sie ist jedoch zusàtzlich in westrichtung um die grösse des sich darunter befindenden eingangsraumes erweitert worden. die fensteröffnung bestand schon zuvor.
Das badezimmer wurde 1977 auf der nordseite des hauses über der heutigen waschküche errichtet in der aussenwand ist eine neue fensteröffnung angebracht worden.
Die laube wurde ersetzt. Ca. 195X. Sie entspricht in ihren ausmassen und form der vorhergehenden konstruktion. Anstelle von eingenuteten brettern als ausfachung wurde jedoch eine aussenschalung angebracht.
im estrich befand sich die räucherkammer. Er diente auch als kornschütte. Er ist zu wohnraum umgebaut worden. strassenseitig wurde eine lukarne angebracht einbau eines zweiten fensters anstelle eines einzelnen.(ca. 1978), im zweiten dachgesschoss beidseitig des firstes ochsenaugen.
Der aus natursteinen und sand- kalkmörtel gemauerte keller ist mit gebrannten tonplatten (klinker) ausgelegt. Er befindet sich unter der stube.
3.3 Ökonomieteil
Heizung. Das erdgeschoss kann mit dem sich in der stube befindenden kachelofen und mit dem sich in der küche befindenden holzkochherd beheizt werden. Zusätzlich wurde 1977 eine zentralheizung eingebaut. Der heizkessel befindet sich im ehemaligen kleintierstall auf der nordseite des gebäudes.
In den direkt an den wohnteil angrenzenden bereich sind die waschküche, das badezimmer, eingangserweiterung und vergrösserung des schlafzimmers eingebaut worden.
Die waschküche ist 1978 auf die nordseite des gebäudes verlegt worden.
Der stall wurde, ca. 1930, neu eingebaut und auf der nordseite erweitert. Der heustock befindet sich über dem stall. Zwischen stall und aussenmauer befindet sich das tenn. oberhalb des tenns ist eine balkenlage (ohne bretterboden) zur lagerung des heus angebracht.
Eine garage ist in folge der mechanisierung der landwirtschaft ans wohnhaus angebaut worden
3.4 Umgebung
Auf der nordseite des hauses befindet sich eine scheune. sie ist als grösster landwirtschaftlicher erweiterungsbau erstellt worden. ca. 194X.Der obstgarten ist auf der nordseite des hauses angelegt.
Mit dem steigenden verkehrsaufkommen wurde im sich auf der strassenseite des hauses befindenden garten nunmehr zierpflanzen gehalten. Der neu angelegte gemüsegarten ca. 1977 befindet sich unterhalb des obstgartens.
Sämtliche arbeiten sollen auf ihre nachhaltigkeit und umweltverträglichkeit geprüft werden.
Renovationen sollen stilgerecht und sorgfältig ausgeführt werden.
Es werden wenn und wo immer möglich materialien benutzt, die in der region vorhanden sind oder herhgestellt werden. Sie dürfen die qualität der ursprünglich verwendeten stoffe weder beeinträchtigen, noch vermindern. Defekte stellen werden wo nötig mit den entsprechenden, ursprünglich verwendeten materialien repariert oder nötigenfalls ersetzt.
Konkret heisst dies folgendes.
Die ausfachungen werden mit kalkputz ausgebessert.
Wo farbanstriche, öl, oder ähnliches anzubringen oder vorhandene auszubessern sind, sollen biologisch degradierbare produkte verwendet werden. Generell sind architektonische vorkehrungen chemischen vorzuziehen.
Das holz soll aus der umgebung bezogen werden und muss aus nachhaltig bewirtschaften wäldern stammen. in den konstruktiven bereichen wird lärchenholz verwendet. Dies ist dank seinem hohen harzgehalt eine sehr witterungsbeständige holzart. Zudem unterscheidet sie sich farblich klar vom fichtenholz. Neue elemente sind also von ursprünglichen klar unterscheidbar. türen, treppen und ähnliches werden aus eichenholz oder verwandten, witterungsbeständigen hlozarten angefertigt.
Für die neu zu dämmenden bereiche werden altpapierflocken, sowie zelluloseplatten verwendet. Die wärmedämmung hat eine stärke von 160 bis ca. 260 mm, je nach ort. Für den werkstattbereich, sowie bestimmte bereiche des wohnteiles wird isolierglas verwendet.
Für den küchenboden, die trockenmauern, der eingangsbereich als auch für den steintisch des aussensitzplatzes wurde rohrschacher sandstein ausgewählt.
Die zentralheizung wird zumindest teilweise mit dem in der werkstatt anfallenden restholz bestückt die restliche wärme wird ebenfalls durch erneuerbare energien erzeugt. hackschnitzel, erdwärme, sonnenkollektoren oä. Ein zusammenschluss mit den nachbarhäusern steht zur diskussion
Ein teil des dachwassers wird zur bewässerung des gartens verwendet. Es soll zukünftig aber auch anderweitig, so zb. Zur spühlung der aborte genutzt werden können. Das restwasser wird in den bach abgeleitet.
Bei der auftragsvrgabe werden lokale betriebe mit entsprechender einstellung bevorzugt.
Aufgrund der oben aufgeführten basis wurde entschieden, die existierenden, ursprünglichen strukturen zu erhalten, sofern nötig und möglich zu restaurieren und allenfalls zu ergänzen.
das vorhaben beinhaltet folgende änderungen und erneuerungen sind vorgesehen (plan nr. 5):
5.1 Wohnbereich
Renovation, restaurierung und teilweiser umbau des
wohnbereiches:
Eingang: entfernen des jetztigen kunststoffbelages, belegen mit sandsteinplatten. wärmedämmung der balkenzwischenräumen, ersetzen der heutigen türe durch eine ausreichend gedämmte und zur einheit passenden türe.
Küche: Belegen des bodens mit sandsteinplatten, einbau des wasseranschlusses auf der dem esszimmer zugewandten seite. Der abwaschtrog und kochherd sind in ein unterbau aus chromstahl eingebaut, die tablare, füllungen und die schublade (gezinkt) sind aus weissbuche gefertigt. Zwei bewegbare arbeitsflächen, sowie ein regal, sind ebenfalls aus chromstahl und weissbuche gefertigt. Die abwaschmaschine und der backofen sind in einen auf chromstahlfüssen stehenden, weiss lasierten, aus dreischichtplatten bestehenden korpus eingebaut.
reparaturarbeiten am holzherd. Die gesammte küche wird weiss gestrichen die holzteile weiss lasiert. Zudem wird eine neue, in die gipsdecke integrierte beleuchtung installiert.
stube: wärmedämmung des zwischen keller und erdgeschoss, neuer holzboden.
kammern 1.stock wärmedämmung an den aussenwänden verputzen der ausfachungen mit kalkputz.
flur 1. stockwerk entfernen der hartfaserverkleidungen, allfällige reparaturen an fachwerk und ausfachungen.
neueindecken der laube mit biberschwanzziegeln, holzschindelung. Abschluss auf der nordseite erstellen. Reparieren der ausfachungen.
Estrich: bei effektivem bedarf einbau eines dachfensters oder einer lukarne, ausreichende wärmedämmung.
restaurierung, erneuerung oder widerherstellung der fenster/ vorfenster im erdgeschoss.
widerherstellung der fehienden, gegrateten fensterläden
reinigung, reparatur und auf der südseite neubemalung des fachwerks, sofern bedarf besteht. reparatur der beschädigten ausfachungen.
keller: ersetzen der eingangsschwelle (sandstein) und türpfosten (eiche) einbau einer neuen, gegrateten türe. ersetzen der defekten eichenen fenstereinrahmungen. Ersetzen der fehlenden bodenplatten.
5.2 Ökonomieteil
Rückbau der im zwanzigsten jahrhundert im zuge der wirtschaftlichen entwicklung erstellten und heute nicht mehr nutzbaren oder überflüssigen um- und anbauten. dies beinhaltet den
Abbruch der sich auf der nordostseite des hauses befindenden garage und anhebung des daches auf die ursprüngliche höhe, das heisst widerherstellung des teilweise fehlenden kniestockes, sowie ersetzen der defekten sparren, neuabstützung und wärmedämmung der neuen partie. Anstelle der garage entsteht ein gedeckter aussensitzplatz in küchennähe.
Das entfernen des anbaus und das anheben des daches ermöglicht einen direkteren lichteinfall, für küche und kammer (arbeitszimmer). Die ursprüngliche asymmetrische dachform bleibt erhalten.
Abbruch des betonierten durchganges, zwischenstockes und stallerweiterungsbaus auf der nordseite des hauses. Ersetzen des fehleden teils der fachwerkkonstruktion. Erstellen einer frei stehenden holzplattform, die den nordseitigen eingang mit dem ökonomieteil und über eine sich nach unten verbreiternde treppe mit dem aussenraum und dem heizraum verbindet. Auch hier ist der eingangsbereich gepflästert.
Teilweiser Abbruch des sich auf der nordwestseite des hauses befindenden anbaus bei erhaltung des vordaches. Da zu niedrig, verunmöglichte dieser Anbau eine sinnvolle nutzung des sich im eigentlichen hauptteil befindenden raumes. Das dach wird zurückversetzt, damit die tenneinfahrt wieder in ihrer vollen höhe genutzt werden kann.
Abbruch und des ehemaligen stalles (betonierte einbauten, eisenträgerdecke), heustockes und tenns. untermauerung der fundamete zusammenlegung zu einem einzigen stützfreien raum. eine lärchenholzkonstruktion wird in den bestehenden innenraum eingebaut. Masse 10x8x5m , der boden besteht aus einer auf betonierte riemen aufgebaute balkenkonstruktion mit blindboden. Die balkenzwischenräume sind mit altpapierflocken ausgeblasen. Der raum wird in zukunft als holzwerkstatt genutzt. Er soll je nach bedarf auch anderweitig verwendet werden können. Die eingäge, des ehemaligen tenns, türen sowie fensteröffnungen werden beibehalten, die neuen türen und tore sind verglast. Die neu erstellte konstruktion ist statisch unabhängig.
Das dachgeschoss wird als kaltraum beibehalten. Zugang durch Luke oder über den estrich des wohnhauses. Der ziegelschild auf der westseite wird saniert. zwischen ziegel und wandaussenseite wird eine wärmedämmung angebracht. Innen bleibt das fachwerk sichtbar. Dach: ersetzen der sparren, wärmedämmung und neueindeckung. Einbau einer lukarne nordseitig, ev. anbringen von sonnenkollektoren
Einbau eines neuen heizkessels zur beheizung des wohn- und ökonomieteils.
5.3 Umgebung
Anlegen eines sitzplatzes auf der rückseite des hauses.
Ersetzen der ins kellergeschoss führenden, baufälligen treppe durch eine parallel zur ostfassade angelegten, durch das vordach vor der witterung geschützten rampe. Diese ermöglicht einen komfortableren zugang zum als vorratslager genutzten raums. Der abgang wird durch eine, aus sandstein und den stufen der ehemaligen treppe bestehenden trockenmauer eingefasst.
Der auf der strasse zugewandten seite gelegene garten bestehend aus betonierten gevierten, wird aufgrund des angestiegenen verkehrsaukommen nicht mehr genutzt. Er wird durch einen schotterkoffer ersetzt. Es wird keine bepflanzung vorgenommen. Der kies wird durch pionierpflanzen begrünt. Es besteht somit die möglichkeit, den platz auch wieder, wie ursprünglich zu nutzen. Der eingangsbereich ist mit bei der entfernung des betons zum vorschein gekommenen und neu angelegten pflästerung hervorgehoben.
Entfernen der auf der nordseite gelegenen senkgruben und der betonierten, ans haus angrenzenden flächen. diese werden ersetzt durch einen kiesbelag.
Nutzung und unterhalt des sich auf der nordseite im übergangsbereich zwischen siedlungsfläche und ackerland befindenden obstrgartens, neupflanzung von hochstammbäumen wie kirsche, zwetschge, pflaume, walnuss, apfel, birne, quitte, etc. bäume, ebereschen, akazien, pflaumen je rechts und links des Anlegen einer hecke entlang des weges.
Betreiben und erweitern des biologisch bewirtschafteten gartens, allenfalls des zum nachbargrundstück gehörenden gartens.